Schöpfwerk

Planung 2008 – 2009
Entwurf Arnd Vickers
Leistungen Entwurf (LPH 1-3)

Projektbeschreibung

Die konzeptionelle Leitidee basiert auf der Transformierung des für Pumpen- und Schöpfwerken charakteristischen norddeutschen Bautypus. Dieser zeichnet sich durch seine Zweiteilung, einem Sockelbau und einem aufgehenden Bauwerk, der die Fördertechnik beherbergt, aus.

Das Schöpfwerk Lingen behält die klassische Teilung bei und steigert diese zugleich durch seine unterschiedliche Materialität, Beton und Metall.

Aufgrund neuer technischer Anforderungen, kommen im Schöpfwerk Lingen Schneckenpumpen zu Ausführung, die durch Ihre schrägverlaufenden Ausrichtungen zu einem entwurfsbestimmenden Element werden. Um eine formale Einheit zwischen den Fördereinheiten und des Pumpenhauses zu bilden, folgen die Umfassungsmauern des Pumpenhauses dem Prinzip der „verzogenen“ Winkel. Durch die Wahl eines gemeinsamen Materials, erfährt die formale Einheit zusätzliche Steigerung.

Fassade

Nicht nur die charakteristische Bautypologie beeinflusst die Gestaltung des Bauvorhabens in Lingen. Auch das traditionelle Material Backstein wird in seinem Ausdruck transformiert, in dem die Struktur mittels Lochung (Verlaufanordnung) auf Kupferbleche übertragen wird. Es entstehen dreidimensionale Backsteinstrukturen. Sie verkleiden- auf Abstand gesetzt- den schwarz eingefärbten Betonkörper, der die Fördereinheiten- bzw Technik vereinheitlicht.

In der Fernwirkung erscheint das Schöpfwerk als ein monolitisch, plastisch wirkender Baukörper. Erst in der Nahwirkung offenbart sich die mehrschalige, 2-dimensionale Bauweise.

Nachts kehrt sich das Erscheinungsbild um. Die hinterleuchteten Kupferbleche verlieren Ihre monolitische Qualität und brechen mit der herkömmlichen Sichtweise. Die am Tage eher schwere, hermetische Physiognomie des „Backsteinbaus“ erscheint nachts transparent und leicht und erweckt Neugier.

Verschiedene Helligkeitsstufen, informieren die Umgebung über die jeweiligen Förderleistungen.