Schauhausensemble Berggarten Herrenhäuser Gärten Hannover

Schauhausensemble Berggarten Herrenhäuser Gärten Hannover

Architektonisches Konzept

Die Herrenhäuser Gärten beabsichtigen, die bedeutenden botanischen Sammlungen des Berggartens in einem neuen Schauhausensemble zu präsentieren.

Das Schauhausensemble setzt sich aus 3 Ausstellungshäusern (Viktoria-, Kanaren- und Ausstellungshaus) mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen zusammen.

Der Entwurf sieht vor, die drei Ausstellungshäuser in einem sich zurückhaltend in den Gartenraum einfügenden aber dennoch prägnanten Baukörper zu vereinen.

Der Neubau greift die Orthogonalität der umgebenden Garten- und Gewächshausstrukturen auf.

Die Architektur basiert auf der funktionalen Gewächshaustypologie von aneinandergereihten Satteldächern, überformt sie aber mit einer rautenförmigen Tragstruktur, die Körperhafter erscheint und auch die Bedeutung der Schauhäuser unterstreicht.

Erforderliche Lüftungsflügel lassen sich ebenso sinnfällig in die Struktur integrieren wie auch der Eingang, der durch einen einfachen Einschnitt in den Baukörper die Orthogonalität bricht und die Besucher in das Schauhausensemble leitet.

Die Gewächshaustypischen Glasfassaden erlauben dabei vielfältige Ein- und Ausblicke auf Pflanzenwelten innen und außen.

Funktionen

Das zentrale Eingangsfoyer verbindet die drei Schauhäuser zu einem Ensemble unter einem Dach. Es dient dem Ankommen und der leichten Orientierbarkeit.

So sind die für den reibungslosen Betrieb erforderlichen Nebenräume sowie Infopoint und Toiletten direkt dem Foyer zugeordnet. 

Das Viktoriahaus ist in Richtung Westen orientiert und zeigt sein zentrales Ausstellungsbecken bereits dem ankommenden Besucher nach außen. 

Als Rundweg konzipierte, barrierefreie Holzstege überqueren das in den Boden eingelassene Becken und ermöglichen vielfältige Ein- und Ausblicke in die Welt der Riesenseerosen.

In den Wintermonaten werden im Viktoriahaus Schmetterlinge präsentiert. In die Dachkonstruktion wird ein filigranes Netz eingehängt, um die Schmetterlinge in Raumhöhen zu halten, die von den Besuchern optimal einzusehen sind.

Das Kanarenhausist durch seine Süd-West Orientierung optimal belichtet. Die Pflanzen von den kanarischen Inseln und aus dem Mittelmeerraum werden dabei in rautenförmigen Pflanzbecken ausgestellt, die in unterschiedlichen Höhen angeordnet werden. Es entsteht eine lebendige Topographie für die Pflanzenwelt, die Wege für die Besucher bleiben dabei ebenerdig und barrierefrei.

Das Ausstellungshausist nach Osten orientiert und präsentiert sich als nutzungsneutraler, rechteckiger Raum. 

Im Falle von Veranstaltungen können die geforderten 150 Sitzplätze großzügig angeboten werden. Eine durch 4 Stützen räumlich definierte Seitenzone kann dabei als eigenständiges Pausenfoyer dienen. 

Durch das Einhängen von Verdunklungsbahnen an das Dachtragwerk kann der Ausstellungsbereich abgedunkelt werden.

Materialität

Dächer und Fassaden sind verglast. Die Dachneigung beträgt 20°, so dass Regen und Schnee optimal abfließen können.

Die in die rautenförmige Tragstruktur integrierten Öffnungen stellen die erforderlichen Lüftungsquerschnitte sicher.

Wände und Böden der Schauhäuser sind in schwarz eingefärbtem Beton vorgesehen. Vor dunklem, ruhigem Hintergrund kommen Vielfalt und Schönheit der Pflanzenwelten besonders gut zur Geltung.